Forschungsstipendium IUG · 2026

Åsa Sonjasdotter: Historische Zeit öffnen

Sveriges utsädesförening (Schwedische Saatgutgesellschaft). Foto: courtesy of Lantmännen, ca. 1907.

Dieses Projekt untersucht den historischen Zusammenhang zwischen faschistischer Ideologie und der Entwicklung optischer Technologien der Film- und Fotografie innerhalb von Züchtungsprogrammen, die auf einheitliche Lebensformen abzielten. Es zeichnet die historischen Anfänge schwedischer und deutscher Pflanzenzuchtinstitute sowie deren Vorreiterrolle bei der Gründung von Instituten für Eugenik nach.
Während nationale Züchtungs- und Verbreitungsprogramme bereits eingehend erforscht wurden (Saraiva 2016; Bonneuil und Thomas 2010), sind die an diesen Instituten entwickelten visuellen Darstellungen gereinigter Lebensformen bislang weniger untersucht worden – obwohl sie maßgeblich dazu beitrugen, die Vorstellung eines gereinigten Lebens zu prägen.
Die Untersuchung solcher Darstellungen eröffnet historische Zeiträume für eine critical fabulation (Hartman 2008), um mögliche alternative Wege für sinnliche und soziale Beziehungen des Züchtens und Kultivierens in Landschaften zu erschließen, die heute von uniformem Leben geprägt sind.

Beteiligte
Åsa Sonjasdotter

Åsa Sonjasdotter ist Künstlerin, Forscherin und Autorin und lebt auf der Insel Ven (Schweden) sowie in Berlin. In ihrer Arbeit untersucht sie die sozialen, politischen und kulturellen Beziehungen rund um Kulturpflanzen, Landwirtschaft und Ernährungssysteme. Ausgangspunkt ihrer Praxis ist ihre Erfahrung in den industrialisierten Agrarlandschaften Südskandinaviens und ihr langjähriges Engagement für bäuerliches Wissen und agrarökologische Praktiken. 2024 promovierte sie in künstlerischer Praxis an der HDK-Valand, Universität Göteborg, mit der Arbeit Towards Peasant Cultivation of Abundance.